Corona und Private Krankenversicherung

 

1) Diagnose und Vorbeugung

 

Prinzipiell besteht die Möglichkeit einer Videokonsultation, soweit Ihr Arzt diese anbietet.

 

Ihre private Krankenversicherung erstattet die Kosten von etwa 500 EUR für den Test auf Coronaviren, wenn er vom Arzt veranlasst wurde und ein begründeter Verdacht besteht.

 

Kosten zur Infektionsvorbeugung wie Atemmasken, Handschuhe, Desinfektionsmittel usw. werden von der Privaten Krankenversicherung nicht erstattet. Das gilt auch, wenn es darum geht, andere nicht anzustecken, insoweit ist Ihr Versicherer aber vielleicht kulant.

 

2) Auslandsaufenthalte

 

Innerhalb Europas besteht Versicherungsschutz für Krankheitskosten. Während des ersten Monats eines vorübergehenden Aufenthaltes im außereuropäischen Ausland besteht auch ohne besondere Vereinbarung Versicherungsschutz. Muss der Aufenthalt wegen notwendiger Heilbehandlung über einen Monat hinaus ausgedehnt werden, besteht Versicherungsschutz, solange der Versicherte die Rückreise nicht ohne Gefährdung seiner Gesundheit antreten kann, längstens aber für weitere zwei Monate.

 

Ggf. empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung.

 

Bei Auslandsreisekrankenversicherungen (und auch bei einigen Tarifen der Krankheitskostenversicherung) sind Kosten für Krankenrück-transporte in die Heimat mit eingeschlossen. Das gilt oft allerdings nur, wenn die Erkrankung im Reiseland nicht ausreichend behandelt werden kann und der Krankenrücktransport medizinisch notwendig ist.

 

3) Krankentagegeld

 

Noch schnell eine private Krankentagegeldversicherung abzuschließen, ist denkbar. Allerdings gelten beim Neuabschluss einer Kranken-tagegeldversicherung oft Wartezeiten (meistens drei Monate). Erkundigen Sie sich beim Versicherer, in bestimmten Konstellationen wird auf die Wartezeit verzichtet. Ich glaube aber nicht, dass uns das Virus in drei Monaten nicht mehr beschäftigen wird. Vorsicht: Haben Sie sich vor Antragstellung testen lassen und fällt die Testung positiv aus, besteht meist kein Krankentagegeldanspruch für diese Infektion.

 

Gesetzlich Krankenversicherte, die aufgrund von leichten Atemwegs­erkrankungen zu Hause bleiben möchten, können aufgrund eines Telefonats mit dem Arzt eine Krank­schreibung über sieben Wochentage von ihrem Arzt bekommen, ohne in die Praxis zu müssen. Diese Regelung ist vorerst auf vier Wochen begrenzt (Stand Mitte März). Für Privat Krankenversicherte gilt sie nicht. Setzen Sie sich mit Ihrer Privaten Krankenversicherung in Verbindung, wenn Sie von diesem Verfahren Gebrauch machen möchten.

 

Die private Krankentagegeldversicherung zahlt nicht, wenn Sie nicht erkrankt sind, aber in Quarantäne gehen und nicht mehr arbeiten können. Wurde die Quarantäne staatlich angeordnet, ist § 56 Infektionsschutzgesetz einschlägig. Betroffene Arbeitnehmer erhalten die Zahlungen über den Arbeitgeber. Bei Selbständigen werden ggf. Entschädigungszahlungen in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des Einkommens aus dem letzten Jahr übernommen, einschließlich der Betriebsausgaben in angemessener Höhe.

 

Prinzipiell zahlt die private Krankentagegeldversicherung nur, wenn Sie sich an Ihrem Wohnort in Deutschland befinden. Diese Regelungen sind allerdings nicht unumstritten.